7. März 2026

Nachlese: 8. TICT-Talk

Nachhaltige Mobilität im Tourismus: Vom Konzept zur Umsetzung

Nachbericht zum 8. TICT-Talk

Nachhaltige Mobilität entwickelt sich im Tourismus zunehmend von einem Umwelt- oder Image-Thema zu einer zentralen Standortfrage für Destinationen. Genau diesem Spannungsfeld widmete sich der 8. TICT-Talk des Travel Industry Club Tourismus, der sich mit der Frage beschäftigte, wie klimafreundliche Anreise, touristische Wertschöpfung und funktionierende Mobilitätssysteme zusammengebracht werden können.


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Zu Beginn gab Anna Kodek von den Naturfreunden Internationale einen Einblick in aktuelle Praxisbeispiele und Initiativen im Bereich nachhaltiger Tourismusmobilität. Dabei wurde deutlich, dass zahlreiche Projekte und Lösungsansätze existieren, ihre Umsetzung jedoch häufig an strukturellen Fragen scheitert – etwa an Governance-Strukturen, Finanzierung oder fehlender Koordination zwischen den beteiligten Akteuren.

Im anschließenden Expertengespräch diskutierten Martin Heppner (Bahn zum Berg / Zuugle) und Lorenz Aschauer (ÖBB 360°) zentrale Herausforderungen und Lösungsansätze. Ein wiederkehrendes Thema war die sogenannte erste und letzte Meile, also die Frage, wie Gäste vom Bahnhof oder Verkehrsknotenpunkt tatsächlich zu ihrem Urlaubsort gelangen. In der Diskussion wurde deutlich, dass dieses Problem oft weniger technischer Natur ist, sondern vielmehr organisatorische und strukturelle Ursachen hat.

Auch die Rolle digitaler Plattformen wurde thematisiert. Zwar bieten Mobilitätsapps und integrierte Plattformlösungen neue Möglichkeiten, unterschiedliche Verkehrssysteme zu verknüpfen. Gleichzeitig zeigte sich aber, dass Technologie allein selten die entscheidende Hürde darstellt – häufig liegt die größere Herausforderung in der Abstimmung zwischen Destinationen, Verkehrsträgern, Betrieben und öffentlichen Institutionen.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die wirtschaftliche Tragfähigkeit touristischer Mobilitätssysteme. Die Experten waren sich einig, dass nachhaltige Mobilitätslösungen im Tourismus meist nur dann funktionieren, wenn sie als gemeinsames System gedacht werden und verschiedene Akteure Verantwortung übernehmen – von Tourismusorganisationen über Gemeinden bis hin zu Betrieben.

Mit Blick in die Zukunft wurde deutlich, dass integrierte Mobilitätssysteme, digitale Vernetzung und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Verkehr zentrale Erfolgsfaktoren sein werden. Nachhaltige Mobilität im Tourismus wird damit zunehmend zu einer strategischen Gemeinschaftsaufgabe von Destinationen, Infrastrukturbetreibern und touristischen Leistungsträgern.

Der TICT-Talk bot damit nicht nur Einblicke in aktuelle Projekte und Lösungsansätze, sondern auch eine klare Botschaft: Nachhaltige Mobilität ist weniger eine Frage einzelner Technologien, sondern vor allem eine Frage von Kooperation, Organisation und langfristiger Destinationsentwicklung.


Für alle, die den Talk verpasst haben oder ihn noch einmal ansehen möchten, steht die Aufzeichnung auf unserem YouTube-Kanal zur Verfügung.

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